Forum Wohnbaupolitik
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Wohnen und Wohnbau in Österreich – Was wir wissen sollten

Barbara Ruhsmann
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Wohnen und Wohnbau in Österreich - Was wir wissen sollten

Nachlese zum FWBP-Hintergrundgespräch

Ende November veranstaltete das Forum Wohn-Bau-Politik ein Hintergrundgespräch zum Thema „Verfügt die österreichische Wohnungspolitik über ausreichend faktische Grundlagen?“ Eingeladen waren Vertreter aller Parteien sowie mit Datenaufbereitung und Forschung befasste ExpertInnen verschiedener Institutionen – von der Statistik Austria über das WIFO bis zum Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen Österreichs. Dem Gespräch voraus ging eine Recherche des Forum Wohn-Bau-Politik. Wir wollten wissen, wie sich die im aktuellen Regierungsprogramm formulierten Ziele einer Wohnrechtsreform auf Ballungsräume außerhalb von Wien auswirken könnten. Von besonderem Interesse war dabei die Frage nach den Auswirkungen auf den privaten Mietmarkt. Folgerichtig begaben wir uns auf die Suche nach Zahlen zum Wohnungsbestand in Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Wie viele Menschen leben dort in Gemeindewohnungen, wie viele in geförderten Wohnungen, wie viele im Eigentum und wie viele in privater Hauptmiete? Zu unserem Erstaunen ließ sich Letzteres nur sehr ungenau eruieren. Es ist z. B. nicht herauszufinden, wie viele Wohnungen außerhalb Wiens noch der MRG-Vollanwendung (Richtwert) unterliegen. Uns stellte sich daher die einfache Frage: Wie kann man Gesetze reformieren, wenn man im Grunde nicht weiß, wie viele Menschen davon betroffen sein werden? Diese Frage war uns Anlass, Politik und Forschung zu einem Gespräch einzuladen – nicht um zu streiten oder „Schuldige“ für fehlende Daten zu finden, sondern schlicht um gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen, den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik zu fördern und das Weben von Netzwerken zu unterstützen. Den Politikern stellten wir die Frage: „Welchen Forschungsauftrag würden Sie gerne vergeben?“ Hier einige der Antworten:
  • Wohnwünsche der Kunden (was braucht es aus Sicht der Wohnungsuchenden tatsächlich an Ausstattung, Qualität, Stellplätzen etc.?)
  • Baukosten-Erhebungen
  • Auswirkung einer neuerlichen Zweckwidmung der Wohnbauförderung auf die Bautätigkeit
  • Eigentumsverhältnisse im Wohnungsbestand Österreichs
  • Anzahl und Art (MRG, WGG) der Mietvertragsabschlüsse in Österreich
  • Airbnb in Stadt und Land (unter besonderer Berücksichtigung von Tourismusregionen)
  • Eigentumsverhältnisse und Mietzinsentwicklung ehemals gefördert errichteter Wohnungen nach Verkauf/Privatisierung/Ausfinanzierung (Stichwort: Buwog-Verkauf 2004)
  • Leerstand in Ballungsräumen sowie in Tourismusregionen (mit besonderer Berücksichtigung von Zweitwohnungen)
Den im Bereich Research tätigen ExpertInnen stellten wir die Frage: „Woran arbeiten Sie aktuell und was könnte Ihre Forschungsarbeit erleichtern?“ Hier einige der Antworten: Aktuelle Forschungsarbeiten:
  • Affordable Housing in EU-Mitgliedsstaaten
  • Aktueller Überblick Wohnbauförderung in Österreich
  • Mitarbeit an der aktuellen WIFO-Umverteilungsstudie
  • Soziodemographische Struktur in den einzelnen Marktsegmenten privat/gefördert
  • Mikrozensus Wohnungserhebung
Desiderate:
  • Gratis-Zugang zum Grundbuch für Forschungszwecke, u. a. um valide Daten zu tatsächlich bezahlten Preisen für Grundstücke und Immobilien zu erhalten
  • Bewusstsein für Datenpflege bei Gemeinden erhöhen
  • Erfassung neuer Wohnungen in bestehenden Gebäuden
  • Verbesserte Datenverknüpfung (= Aufforderung an den Bund, der Statistik Austria den Auftrag dazu zu geben)
  • Elektronische Einbringung von Fertigstellungsdaten
90 Minuten hat unser Hintergrundgespräch gedauert. Das ist keine lange Zeit. Was dennoch gelungen ist: Einen so konstruktiven wie konzentrierten Polylog zwischen Politik und Forschung zu moderieren und gemeinsame Interessen herauszuarbeiten. Wir freuen uns insbesondere über den Konsens in der Runde, dass es im Vorfeld der geplanten Wohnrechtsreformen unbedingt verbessertes Zahlen- und Datenmaterial zum österreichischen Mietwohnungsbestand und seinen Rechtsverhältnissen braucht.  

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Elisabeth Weihsmann: Hände weg von der Gemeinnützigkeit

Barbara Ruhsmann
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Elisabeth Weihsmann

Hände weg von der Gemeinnützigkeit

Eine Erwiderung auf Jörg Wippels Kommentar "Gemeinnützige - Erosion am Bau"

Vorweg möchte ich festhalten, dass ich Jörg Wippel als exzellenten Kenner der Wohnungswirtschaft überaus schätze. Trotzdem scheint mir der sehr umfangreiche Artikel in einigen Punkten ergänzungsbedürftig. Unwidersprochen ist die Tatsache, dass die leider bisher getätigten Veräußerungen von BUWOG, WAG, Eisenbahner und anderen größtenteils aus Spekulationsgründen und nicht immer sauber geschehen sind. Immerhin sind sie zum Teil – wenn auch seit langem – gerichtsanhängig. Ergänzungsnotwendig scheint auch die Tatsache, dass nicht nur gemeinnützige Bauträger (GBVs) mit öffentlichen Mitteln bedacht wurden, sondern auch gewerbliche Bauträger, insbesondere aus Mitteln für die Stadterneurung (Sanierung von Altbauten). Dass nach Auslaufen der Sperrfrist für die Höhe der zulässigen Miete die gewerblichen Bauträger die Mieten um ein Vielfaches erhöht haben, ist bekannt. Das könnte im Gegensatz bei GBVs nicht vorkommen.  

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Jörg Wippel: Erosion der Gemeinnützigkeit

Barbara Ruhsmann
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Jörg Wippel

Erosion des Gemeinnützigkeit

Warum es für den Fortbestand der gemeinnützigen Bauwirtschaft eine zentrale Kontrolle durch den Bund braucht

(Eine leicht gekürzte Version dieses Textes erschien am 28.9.2018 als "Kommentar der Anderen" in der Tageszeitung "Der Standard") Anlässlich der Causa WBV-GÖD wurde der Vorschlag laut, die Kontrolle über gemeinnützige Wohnbaugesellschaften in die Hände des Bundes zu legen. Das ist ein guter Vorschlag. Was ist passiert? Wieder einmal wurde ein gemeinnütziges Wohnungsunternehmen im Eigentum einer öffentlichen Institution an private Wirtschaftstreibende 1. verkauft und 2. zu einem vermeintlich zu geringen Kaufpreis – genauso wie 2004 die Bundeswohnbaugesellschaften Buwog, WAG und andere.  

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M. Felfernig, C. Fölzer, R. Hammer, A. Jany: Wohnbedürfnisse – Was wir wirklich brauchen

Barbara Ruhsmann
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Politik

Marlies Felfernig, Christian Fölzer, Renate Hammer, Andrea Jany

Wohnbedürfnisse – Was wir wirklich brauchen

Ein Arbeitsbericht

„Viele ärgern sich über den Status quo der Wohnbaupolitik. Wir haben jene Menschen aus der Branche eingeladen, die Probleme lösen wollen. So bereiten wir mit dem Innovationslabor den Boden, auf dem neue Initiativen wachsen können“, stellt Franz Fischler, Präsident des Europäischen Forums Alpbach die Absicht von „RE:think | Wohn.Bau.Politik“ im März 2014[1] klar.

Im Zuge der Veranstaltung entsteht eine interdisziplinäre Kleingruppe,[2] die sich mit der Grundsatzfrage nach tatsächlichen Wohnbedürfnissen auseinandersetzt. Klar wird bald: Ohne fundiertes Wissen darüber, was wir wirklich im Zusammenhang mit dem Wohnen brauchen, kann kein befriedigendes Konzept für den Wohnbau formuliert und keine zielführende Wohnbaupolitik gemacht werden.  

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Jörg Wippel: Mietrecht – keine Reform um jeden Preis

Barbara Ruhsmann
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Wohnbau

Replik zu „Berlin schafft, woran Wien scheitert“, Eric Frey, Standard, 25. 9. 2014

Jörg Wippel: Mietrecht – keine Reform um jeden Preis

Der „Standard“ berichtet in seiner Ausgabe vom 25. September über die von der deutschen Regierung beschlossene „Mietpreisbremse“. In einem Kommentar meint Eric Frey, dass der deutschen Koalition hier etwas gelungen sei, das sich die österreichische Regierung als Vorbild nehmen solle. Eine „Mietrechtsnovelle“ wäre nicht nur dringend notwendig, sondern auch „ein Lebenszeichen für die SP-VP-Koalition“. Dazu kann ich nur sagen: NEIN, bitte nicht.

 

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