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Barbara Ruhsmann und Jörg Wippel: Wiener Gemeindebau – Blick in die Vergangenheit mit Zukunft

Barbara Ruhsmann
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Barbara Ruhsmann und Jörg Wippel: Wiener Gemeindebau –
Blick in die Vergangenheit mit Zukunft

1. Gemeindebauprogramm im Roten Wien

Wer durch die großen, alten Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit spaziert – durch den Sandleitenhof oder den Karl-Marx-Hof – ist auch heute noch beeindruckt. In einer ungeheuren gemeinsamen Kraftanstrengung von Politik, Architektur, Wirtschaft und Wissenschaft wurden binnen kürzester Zeit (zwischen 1920 und 1934) über 60.000 Wohnungen für die Arbeiter und ihre Familien errichtet, die zuvor entweder obdachlos oder unter katastrophalen hygienischen Bedingungen leben mussten. Dieses erste Wiener Wohnbauprogramm zeichnete sich durch eine Fülle baulicher und sozialer Innovationen aus: So waren die Anlagen zum Hof und nicht zur Straße hin orientiert, sie waren großzügig mit Grünflächen ausgestattet, verfügten über Büchereien, Kindergärten, Tröpferlbäder und Waschküchen. „Licht, Luft, Sonne“ – war einer der Leitgedanken bei der Errichtung.

Bis heute gilt das Wohnbauprogramm des „Roten Wien“ international als historisches Best-Practice-Beispiel. Es folgte einer klaren politischen Zielsetzung:

„Der Wohnungsbau wurde zum politischen Programmpunkt Nr. 1, hinter dem alle anderen öffentlichen Bauvorhaben zurücktraten. Diese neue Baupolitik der Gemeinde kann nur aus der Idee sozialdemokratischer Auffassung verstanden werden. In diesem Sinne wurde der Wohnungsbau zum ‚Gemeindezweck‘, die Wohnung als Sozialprodukt deklariert, das nach Notwendigkeit allen zur Verfügung gestellt werden müsse. Ferner wurde der Wohnungsbau als ‚Mittel des sozialen Ausgleichs‘ verstanden und konnte daher aus Steuermitteln getragen werden.“ [1]

„Erbaut von der Gemeinde Wien aus den Mitteln der Wohnbausteuer“ – diese Inschrift findet sich auf den Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit. Möglich wurde die Einhebung dieser Steuer durch die Abtrennung Wiens von Niederösterreich, wodurch Wien ab dem 1.1.1922 als selbstständiges Bundesland über Steuerhoheit verfügte. Die von Hugo Breitner konzipierte Wohnbausteuer war progressiv gestaffelt: „So ergab sich, daß die 527.731 billigsten Wohnungen und Geschäftslokale – das waren rund 82 % aller Mietobjekte – nur 22,66 % der Steuer aufbrachten, während die 3.470 (0,54 %) teuersten Mietobjekte 44,57 % der gesamten Steuer entrichten mußten.“[2]

Die Bautätigkeit der Gemeinde Wien verfolgte verschiedene Ziele. Sie war ganz praktisch notwendig, weil bereits während dem 1. Weltkrieg die private Bautätigkeit zurückgegangen war. Es fehlte dafür zum einen schlicht an privatem Kapital, zum anderen war durch den (zunächst via Notverordnung des Kaisers) neu installierten Mieterschutz für viele Hauseigentümer und Bauträger das Geschäft mit den Wohnungen unrentabel geworden. Es fehlte an Wohnraum und der bestehende war großteils von sehr schlechter Qualität.

Wohnsituation in Wien nach dem 1. Weltkrieg

  • 92 % aller Wohnungen hatten das WC außerhalb der Wohnung.
  • 95 % hatten die Wasserleitung auf dem Gang.
  • 14 % hatten Gasversorgung.
  • 7 % hatten elektrisches Licht.
  • 73% der Wohnungen waren Kleinwohnungen (maximal 1 Zimmer + Kabinett).
  • Arbeiter und Angestellte mussten bis zu 25% ihres Monatslohns für den Mietzins ausgeben.
  • Gewinnorientierter Wohnungsbau wie zur Gründerzeit war erschwert durch Einführung des Mieterschutzes und die schlechte Wirtschaftslage der Nachkriegszeit.

Von größerem Interesse war und ist aber der „Überbau“ des Gemeindebauprogramms, der sozialreformerische Ansatz: Nicht mehr die aus den Bassena-Wohnungen resultierenden „Zwangsgemeinschaften“, wie sie durch gemeinsame Benutzung von Wasser und WCs außerhalb der Wohnungen, entstanden, sollten die Solidarität der Arbeiter befördern, nicht mehr das gemeinsame Unglück die Menschen zusammenschweißen, sondern „Wohn-Gemeinschaften“ in Bauten, die ein „kollektives Kulturleben“[3] ermöglichten – einerseits durch die erhöhte Wohnqualität in den Gemeindewohnungen selbst, andererseits durch die zahlreichen Gemeinschaftseinrichtungen in den Wohnhausanlagen.

„Im Sinn einer offenen Sozialstruktur, hinter der politische Ziele steckten, waren Wäschereien, Bäder, begrünte Hofanlagen mit Ruhezonen, Kinderkrippen, Kinderspiel- und Sportplätze, Jugendhorte, Leseräume, Märkte (z. B. Schlingermarkt), Läden (insbesondere Konsumgenossenschaften bei den Siedlungsanlagen), modernst eingerichtete Mutterberatungsstellen usw. höchst wirksame Ansätze zu einem organisierten und gesunden Gemeinschaftsleben.“[4]

Das Rote Wien entwickelte allerdings keine Strahlkraft über Wien hinaus. In den konservativ regierten Bundesländern wurde das, was in Wien geschah, zunehmend als Bedrohung wahrgenommen. Mit Zunahme der politischen Polarisierung und der Entwicklung zum autoritären „Bundesstaat Österreich“ (1934-1938) hin, kam das Gemeindebauprogramm zum Erliegen.

 

2. Wiederaufbau –
Gemeindebau der 50er und 60er Jahre

Die Politik sah sich nach dem Ende des 2. Weltkriegs vor keiner minder großen Herausforderung. Rund 20% der Wohnungen waren durch die Kampfhandlungen gegen Kriegsende total zerstört worden, fast 30 % waren schwer beschädigt. Es wurde eine Enquete einberufen, in der erste Leitlinien für den Wiederaufbau ausgearbeitet wurden. Um ein ähnlich ambitioniertes Wohnbauprogramm wie in der Zwischenkriegszeit auf die Beine zu stellen, fehlte es aber an vielem: u. a. an verfügbaren Grundstücken und ausreichenden finanziellen Mitteln. Internationale Hilfsleistungen kamen vor allem dem Wiederaufbau der Infrastruktur bzw. der Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln zugute. An die Einhebung einer nur für Wien geltenden Wohnbausteuer, wie sie in der Zwischenkriegszeit das Gemeindebau-Programm ermöglicht hatte, war nicht zu denken. Zwar wurde 1951 ein bundesweites Gesetz erlassen, wonach Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Beitrag zum Wiederaufbau zu leisten hatten, aber die lukrierten Mittel reichten bei weitem nicht aus. [5]

So galt es aus der Not so viel Tugend wie möglich zu machen – zugegebener Maßen auf Kosten von Qualität, architektonischer Gestaltung und auch Stadtentwicklung, da man sich die Baugründe nicht aussuchen konnte. Die Magistratsabteilung für Architektur veröffentlichte die „Grundlagen für den Entwurf von Wohnhausbauten und Siedlungen im Wohnbauprogramm der Stadt Wien“. Dort wird etwa festgehalten:

„Bei der Planung der Anlagen ist die Vereinigung der größten Wirtschaftlichkeit mit der größten Zweckmäßigkeit anzustreben und zwar sowohl hinsichtlich des Bauaufwandes als auch hinsichtlich des Hausbetriebes und der Gebäudeerhaltung … … Den Anforderungen der Zweckmäßigkeit und Sparsamkeit soll im allgemeinen der Vorrang eingeräumt werden vor Rücksichten, welche ausschließlich auf architektonische Wirkung und Gestaltung abzielen …“ [6]

Das Ergebnis war der später viel geschmähte „Kas mit Löchern“ – die mit einfachsten Mitteln errichteten Gemeindebauten der 50er und 60er Jahre, die dennoch nicht bar jeder Innovation waren und im Grunde unterbewertet sind.

Wie haben diese Häuser bzw. die Wohnungen darin praktisch ausgesehen? Die Durchschnittsgröße der Wohnungen stieg zwischen 1948 und 1958 von rund 45 qm auf 58,2 qm. Betreffend Raumorganisation fällt die Reduktion auf „Dreispänner“-Lösungen auf – also Wohnungen bestehend aus Wohnzimmer, Schlafzimmer und einer Nassgruppe bestehend aus WC, Abstellraum, Kochnische und Bad. Die Wohnungen verfügten oft über keinerlei Freiflächen, das heißt keine Balkone oder nur einfache Gitterbalkone. Dafür waren sie von relativ großzügigen Grünflächen umgeben. Neu war die Errichtung von sogenannten „Duplexwohnungen“ – jeweils zwei Kleinwohnungen, bei denen die Möglichkeit einer späteren Zusammenlegung bestand.

Zusätzlich zu diesem laufenden Wohnbauprogramm wurde 1950 auch ein „Schnellbauprogramm“ initiiert, wodurch rasch rund 1000 Kleinwohnungen errichtet werden konnten. Dazu der damalige Stadtrat Franz Jonas:

„Trotzdem wird noch immer nicht schnell genug und ausreichend Wohnraum geschaffen. Darum hat sich die Gemeindeverwaltung entschlossen, aus Budgetmitteln, die durch eine wirtschaftlichere Bauführung und durch Verringerung der Herstellungskosten des Wohnbauprogramms erspart werden konnten, noch ein zusätzliches Schnellbauprogramm zu finanzieren.“[7]

Das produzierte Volumen ist beeindruckend: Bis 1956 wurden 50.000 neue Gemeindewohnungen errichtet. Ende der 50er Jahre galt der Wiederaufbau Wiens als abgeschlossen.

„Insgesamt betrug die Wohnbauleistung durch Wiederaufbau und Neubau im Zeitraum 1945-61 rund 130.000 Wohnungen. In der Nachkriegszeit blieb die Gemeinde weiterhin mit Abstand größter Bauherr im Wohnbau.“[8]

„Acht-Punkte-Programm für den sozialen Städtebau in Wien“
1952 vorgelegt von Stadtrat Leopold Thaller

  1. Die Struktur unseres Wohnungsstandards ist falsch und ist grundlegend zu ändern. Es geht auf die Dauer nicht an, daß mehr als drei Viertel unserer Wohnungen nur aus Klein- und Kleinstwohnungen bestehen – sehr viele von ihnen ohne Vorraum, ohne Wasser, ohne Abort, ohne Licht, Luft und Sonne. Hier muß grundsätzlich Abhilfe geschaffen werden. Der soziale Wohnungsbau muß notwendiger Weise zum sozialen Städtebau werden.
  2. Die Arbeitsstätten unserer Bevölkerung müssen mehr und mehr in eine günstigere Lage im Stadtbereich zu liegen kommen. Neue Industrien dürfen nur mehr in den neuen Industriezonen angesiedelt, alte sollen möglichst bald umgesiedelt werden.
  3. Die Überdichte bestimmter Stadtviertel muß verringert und die Stadt systematisch aufgelockert werden. Inmitten der Stadt müssen neue Grünflächen entstehen, muß Raum für neue Spiel- und Sportplätze gefunden werden.
  4. Wir müssen dem Gedanken an neue Töchterstädte nähertreten. Das Wohnbauprogramm und die Industrieverlagerung müssen in diese Gesichtspunkte ebenso wie alle Verkehrsplanungen einbezogen werden.
  5. Die Stadt muß eine aktive Bodenpolitik führen, die eine zielbewußte Neuanlage größerer geschlossener Stadtviertel erlaubt, die neuen sozialen städtebaulichen Erkenntnissen entsprechen.
  6. Die wilden Siedlungen müssen saniert werden. Sie sind nicht nur verkappte Elendsquartiere, sondern bedeuten wegen der Unwirtschaftlichkeit ihrer Aufschließung laufend enorme volkswirtschaftliche Verluste! Sie entspringen dem Egoismus einzelner weniger zum Schaden der Gesamtheit.
  7. Dem Wald- und Wiesengürtel wollen wir erhöhten Schutz und gesteigerte Aufmerksamkeit zuwenden. Es geht nicht an, daß diese wichtigen Freiflächen durch unzweckmäßige und unerlaubte Verbauung Schritt für Schritt den erholungssuchenden Wienern gestohlen werden! Ein Ausbau der Wiener Schutzgesetzgebung für ihn, aber auch ein gemeinsames Zusammengehen mit niederösterreichischen verantwortlichen Stellen zum Schutz des Wienerwaldes und der Donauauen soll unser stadtplanerisches Ziel sein! „Schach der Versteppung!“ Und endlich:
  8. Dem Gedanken der Landesplanung wollen wir durch Schaffung geeigneter Maßnahmen im Wiener Stadtbereich vorarbeiten, damit der Boden Wiens sinnvoll und bestmöglich genutzt wird!

Im Vergleich mit dem Gemeindebauprogramm der Zwischenkriegszeit fällt natürlich das Fehlen jeglichen „sozialreformerischen Überbaus“ auf. Es fehlen Gemeinschafts- und Bildungseinrichtungen. Versorgung mit dem Nötigsten, einem Dach über dem Kopf, ist die Devise. Und zu diesem Nötigsten gehören Büchereien, Spielplätze oder gar Bäder innerhalb der Anlagen nicht mehr dazu. Als Ziel wird „sozialer Städtebau“ ausgegeben – der soziale Gedanke wird gleichsam in den Stadtkörper ausgelagert: „Wien ist der Meinung, daß der seinerzeit hier angebahnte soziale Wohnungsbau nun fortentwickelt werden muß zum sozialen Städtebau.“[9] Die Planung und Anlage der Stadt soll sozial wirken, der Anspruch über das Wohnen Menschen in ihrem Lebens-, Bildungs- oder Kulturverhalten zu unterstützen und zu „formen“ ist aufgegeben. Obwohl in der Wiederaufbau-Enquete postuliert wird, dass der Mensch „im Mittelpunkt aller Überlegungen und Planungen“ stehe und bei jeder Maßnahme der „menschliche Maßstab“[10] angewendet werden solle, vermitteln Politik und Baupraxis der 50er und 60er Jahre eher den Eindruck, sozialen Wohn- und Städtebau sehr technisch anzugehen und zu verstehen. Die Frage, welchen Gesellschaftsentwurf man baulich repräsentieren will, wie man baulich das Zusammenleben der Menschen gestalten will, steht nicht im Vordergrund.

Was weiters auffällt: Während in der Zwischenkriegszeit Politik, Architektur, Wissenschaft und Planung sich gegenseitig zu beflügeln schienen, ist nach dem Krieg ein Auseinanderdriften zu bemerken. Dazu kommt der Verlust zahlreicher während des Nazi-Regimes vertriebener Expertinnen und Experten.

„In den maßgebenden öffentlichen Stellen saßen nicht jene Leute, die unter allen Umständen versucht hätten, die überlebenden [sic] und emigrierten Architekten zu berufen und zu einem Durchdenken der Probleme und zu einer Planung auf weite Sicht, die bei beschränkten Mitteln um so notwendiger gewesen wäre, heranzuziehen. Es entstanden keine oder nur wenige theoretische Arbeiten, es wurden kaum Wettbewerbe ausgeschrieben.“[11]

Aus heutiger Sicht verhängnisvoll: Den sozialdemokratischen Städtebauern wies die Charta von Athen den Weg: „Die Stadt muß entmischt werden.“ – so lautete eine der Empfehlungen der 1945 einberufenen ExpertInnen-Enquete. Die Stadtgebiete sollten funktionell voneinander getrennt werden – einfach gesagt: Hier wohnen, dort arbeiten. So wurde die Voraussetzung für eine Stadt der langen Wege geschaffen, die der heutigen Stadt- und Mobilitätsplanung als großer Missstand gilt. In den 50er und 60er Jahren sah man sich allerdings mit den Prämissen einer gegliederten und aufgelockerten sowie autogerechten Stadt auf der Höhe der Zeit, als Teil der „Moderne“. Innovation im sozialen Städtebau bedeutete mehr und mehr bautechnische (und nicht sozialreformerische) Innovation. Bezeichnend für die Prinzipien von Funktionalität und Wirtschaftlichkeit war die Forcierung der Montagebauweise im Wohnbau zu Beginn der 60er Jahre.

Bereits Ende der 60er Jahre zeichnete sich aber erneut ein Umdenken ab. Bürgermeister Bruno Marek initiierte die Aktion „Modernes Wien“. Im Rahmen eines gleichnamigen Symposiums im November 1968 wurden neue „Zielvorstellungen für die Wohnung und ihre Umwelt“ formuliert, die im Widerspruch mit dem bis dahin praktizierten Nachkriegsstädtebau standen.

Moderner Wohnungsbau – Gesellschaftliche Verpflichtung
Zielvorstellungen für die Wohnung und ihre Umwelt
Ergebnisse des Symposiums „Modernes Wien“, 20.-29.11.1968

„1) Meßbare Merkmale und Gestaltung
Die Qualität einer Wohnung ist nach einer Reihe von meßbaren Faktoren (Lage, Größe und Grundriß, Ausstattung etc.) und unmeßbaren Größen, wie die Gestaltung der Räume, des Gebäudes, der Freiflächen und der Umgebung zu beurteilen. Die Gestaltung der ‚humanen‘ Wohnung von morgen soll so erfolgen, daß sich der Bewohner ‚zu Hause‘ fühlt (soziologische, psychologische, medizinische, biologische und sonstige Aspekte).

2) Größe und Grundriß (funktionelle Anforderungen)
Durch die gesellschaftlichen und zivilisatorischen Entwicklungen ändern sich die Wohn- und Lebensgewohnheiten. Trennungen in Bereiche (Intimbereich, Kontaktbereich etc.). Die einzelnen Funktionen bestimmen Größe und Grundriß.

3) Flexibilität
Die Wohnung muß heutigen und künftigen Funktionen gerecht werden. Konstruktive Maßnahmen als Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit (Familienzyklus).

4) Technische Ausstattung
Der Wohnwert einer Wohnung hängt weitgehend von der Ausstattung ab; die neuesten technischen Erkenntnisse sind zu berücksichtigen (Einbau bzw. Vorsorge)

5) Großstädtische Wohnformen und Gebäudetypen
Den individuellen Ansprüchen der Bewohner ist durch ein vielfältiges Angebot an Wohnformen Rechnung zu tragen. Daraus entwickeln sich die einzelnen Gebäudetypen (diverse Einfamilienhaustypen, Terrassenhäuser, Wohnhügel, Wohnhochhaus, Habitat etc.). Horizontale und vertikale Konzentration der Bebauung ist die Voraussetzung städtischer Wohnformen.

6) Lage der Wohnung
Die Lage einer Wohnung ist später kaum zu korrigieren, daher sind strengste Maßstäbe anzulegen, um Beeinträchtigungen zu vermeiden. Die Ausgestaltung der näheren Umgebung bildet ein wesentliches Qualitätsmerkmal für den Wohnwert einer Wohnung (Parkierungsflächen, Schaffung von Kommunikationsflächen, Kleinkinderspielplätze, Grünflächen, Kindergärten, Schulen, Arzt, Einkaufen, Fußgängerbereiche etc.)

7) Lage in der Stadt
Die Wohnung soll optimale Beziehungen zu den übrigen Lebensbereichen aufweisen (Erreichbarkeit der Arbeitsplätze, übergeordneter Einrichtungen und von Erholungsmöglichkeiten). Daher keine reinen Schlafstädte. Sinnvolle Mischung der Stätten des Wohnens, des Arbeitens, der Erholung und Bildung entsprechend den natürlichen Lebensfunktionen des Menschen.“[12]

 

3. 1970 bis 2004 – Die Gemeindebau-„Postmoderne“

Mit dem Wiederaufbau gewinnen die gemeinnützigen Bauvereinigungen in Österreich rasant an Bedeutung. Der geförderte Wohnbau ist die von beiden Großparteien gewünschte Ergänzung zum kommunalen Wohnbau. Auch in Wien nimmt die Gemeinnützige Bauwirtschaft eine immer größere Rolle in der Wohnungsproduktion ein. Der Gemeindebau dagegen verliert zunehmend an Bedeutung – u.a. aufgrund abnehmender Bevölkerung, aber auch größeren Wohlstands der ehemaligen Zielgruppen. Der quantitative Wohnungsfehlbestand gilt als überwunden, die Stadt Wien konzentriert sich nun auf den „qualitativen Wohnungsfehlbestand, der die Folge einer Überalterung der Wohnungen (…), unzureichender Wohnungsgrößen (mehr als 160.000 Wohnungen mit weniger als 35, fast 400.000 Wohnungen mit weniger als 60 m2 Wohnfläche, ungenügender Ausstattung (ohne Badezimmer, WC, Aufzüge, zeitgemäße Heizungen) und ungünstiger städtebaulicher Gegebenheiten ist.“[13] Neben dem Neubau kommunaler und geförderter Wohnungen bekommt daher seit Ende der 70er Jahre die Stadterneuerung besonderes politisches Gewicht.[14]

In den letzten 30 Jahren des vergangenen Jahrhunderts tauchen in einzelnen Bauprojekten verschiedene historische Versatzstücke auf, werden neu interpretiert. Ein im wahrsten Sinne des Wortes „roter“ Faden ist allerdings nicht mehr zu erkennen. Obwohl Bürgermeister Leopold Gratz 1976 für den kommunalen Wohnbau noch ehrgeizige Ziele formuliert, die allerdings in den Folgejahren in weitaus größerem Umfang im gemeinnützigen, geförderten Wohnbau verwirklicht werden und nicht mehr im Gemeindebau:

„Der Magistrat hat sich in Zukunft als Wohnbauträger verstärkt um die Unterstützung neuer Ideen zu bemühen. Es gibt eine große Anzahl solcher Ideen und eine Reihe junger Architekten, die sie idealistisch durchführen würden. Die Gemeinde Wien muß solcherart wieder Maßstäbe für den gesamten zukünftigen Wohnungsbau setzen, wie dies schon in der Zwischenkriegszeit geschehen ist. Folgende Erprobungsfelder stehen zur Diskussion:
Neue Wohnformen, verdichteter Flachbau als städtische Wohnform, Trennung von Grundausstattung und individuell gestalteter Endausstattung, Möglichkeiten zum Eigenbau der Mieter, alternative rationelle Baumethoden, alternative sparsame Energieversorgung, Bewohnerpartizipation bei der Planung, vermehrte Vorvergabe von Wohnungen zum besseren Eingehen auf Bewohnerwünsche, Integration von Sonderwohnformen in normale Wohnhausanlagen, Behindertenwohnungen, Mehrgenerationswohnungen, verschiedene Arten von Gemeinschaftsanlagen und Gemeinschaftsaktivitäten.“[15]

In den Gemeindebauten der folgenden Jahrzehnte werden tatsächlich einzelne dieser Vorgaben erprobt, aber an den sozialreformerischen Kraftakt der Zwischenkriegszeit, an das „Gesamtkulturwerk“ Gemeindebau von damals vermag man nicht mehr anzuschließen.

Exemplarisch hier einige Beispiele: Eine Symbiose aus Elementen der funktionalistischen Moderne und des Roten Wien der 20er und 30er Jahre stellt z. B. der Heinz-Nittel-Hof in Floridsdorf dar – geplant von Harry Glück, der vor allem mit dem sehr ähnlichen (allerdings von einem gemeinnützigen Wohnbauträger errichteten) Terrassenwohnhaus Alt-Erlaa bekannt wurde. Die vier Wohnblöcke des Heinz-Nittel-Hofes wurden in Fertigbauweise errichtet, was gleichsam die Verbindung in die 60er Jahre darstellt, als der Montagebau in Wien Einzug hielt. Gleichzeitig knüpft die Anlage mit ihren zahlreichen Gemeinschaftseinrichtungen an die Tradition der Zwischenkriegszeit an: Der Heinz-Nittel-Hof verfügt über acht Dachschwimmbäder, 15 Saunen, einen Kindergarten und zwei Geschäftszeilen. Großzügige Terrassen und Loggien bieten den Bewohnern zusätzlich zur gemeinsamen Grünfläche im Hof private Freiflächen, die mit den integrierten Blumenwannen zur gärtnerischen Gestaltung anregen.

Ein Beispiel für die Unentschlossenheit der Politik, wenn es an die Verwirklichung ausgegebener Ziele ging, ist der Gemeindebau in der Feßtgasse von Ottokar Uhl – einem Pionier partizipativer Planung. Nur bei einem kleinen Teil der Wohnungen wurden die zukünftigen Mieter tatsächlich in die Gestaltung miteinbezogen. „Trotz intensiver Bemühungen Uhls wurde dieses Angebot auf die restlichen Wohnungen nicht ausgedehnt. Zu groß war die Skepsis auf Seiten der Politik und der zuständigen Magistratsverwaltung.“[16]

„Am Schöpfwerk“ – eine Anlage bestehend aus 62 Stiegenhäusern mit 1734 Wohnungen – wurde zwischen 1976 und 1980 nach Plänen eines Architektenteams errichtet. Die Tradition der großen Höfe des Roten Wien sollte hier eine neue, zeitgemäße Interpretation erfahren. Darunter verstand man Typenvielfalt bei den Wohnungen, das Nutzen moderner Bauweisen sowie eine zeitentsprechende reichhaltige Infrastruktur: Kindergärten, Schulen, Nachbarschafts- und Jugendzentrum, Geschäfte, eine Bücherei, Hobbyräume etc. sowie dem neuen Wohlstand und damit verbundenem Autobesitz entsprechend Tiefgaragen. In den 90er Jahren galt „das Schöpfwerk“ allerdings eher als Negativbeispiel Wiener Stadtplanung – in den Medien wurde das Bild einer von Kriminalität, Vandalismus und sozialen Konflikten geprägten Anlage verbreitet.[17] Unterstützt von einem Stadtteilzentrum arbeiteten engagierte Bewohner den echten wie bloß kolportierten Problemen entgegen. Mit Beginn des neuen Jahrhunderts galt diese Stadt in der Stadt dann mehr und mehr als Best-Practice-Modell für Partizipation und Gemeinwesenarbeit.

Veränderte Wohnbedürfnisse, differenziertere Schwerpunktsetzungen der Stadtpolitik, breiterer Wohlstand, eine zunehmende Verwischung der ursprünglich intendierten „Arbeitsteilung“ zwischen kommunalem und gefördertem Wohnbau, stabile Bevölkerungszahlen – all das wirkt zusammen und führt schlussendlich zum stillen Ende der Bautätigkeit der Gemeinde Wien. 2004 wird in Liesing der letzte Gemeindebau an die Bewohner übergeben.

 

4. Gemeindebau im 21. Jahrhundert

Seit Jahren wächst Wien in einem Ausmaß, das um die Jahrhundertwende nicht absehbar war. Der Höhepunkt wurde im Jahr 2015 erreicht: Verstärkt durch den Zuzug von Kriegsflüchtlingen zählte die Stadt allein diesem Jahr 40.000 Menschen mehr. Unter dem Eindruck dieses besonders starken Zuwanderungsjahres kündigte Wiens Wohnbaustadtrat Michael Ludwig 2016 eine neue Wohnbauoffensive inklusive neuer Gemeindewohnungen an: „Die Anzahl der neuen Gemeindewohnungen will Ludwig von den im rot-grünen Koalitionspakt angepeilten 2.000 Einheiten bis 2020 auf 4.000 verdoppeln.“[18] Die Wiener Gemeindewohnungs-Baugesellschaft (WIGEBA) wurde gegründet[19] – mit engem Konnex zum gemeinnützigen Unternehmen Gesiba.[20] Nicht ganz zwei Jahre nach dieser Ankündigung erfolgte im Dezember 2017 der Spatenstich zu den ersten neuen Gemeindewohnungen in der Fontanastraße in Favoriten. Die 120 Wohnungen sollen im Herbst 2019 übergeben werden. Im Unterschied zu geförderten Wohnungen müssen die Mieter keine Eigenmittel aufbringen, die Miete liegt bei 7,50 Euro pro Quadratmeter brutto inklusive Umsatzsteuer. Das Gleiche gilt auch für die sogenannten SMART-Wohnungen, die bereits seit 2012 von gemeinnützigen Bauträgern errichtet werden.

Die Vermischung von kommunalem und geförderten Wohnbau, wie sie hier zum Ausdruck kommt, ist eine lang gewachsene, aber nichtsdestotrotz eine, die aktuell vielleicht wieder einmal hinterfragt werden sollte. Als 1954 im Parlament die Einhebung des Wohnbauförderungsbeitrags, wie wir ihn heute noch kennen, beschlossen wurde, wurde betreffend der Verteilung der Fördermittel wie folgt differenziert: Das Gesetz bestimmt nämlich, daß ein Viertel der Förderungsmittel in erster Linie zur Beseitigung des Barackenelends reserviert sein muß. (…) Das zweite Viertel der Mittel ist für die Gemeinden zum Bau von Volkswohnungen bestimmt. (…) Für die gemeinnützigen Baugenossenschaften und Vereine ist das dritte Viertel bestimmt, während das letzte, das vierte Viertel den privaten Bauwerbern zur Verfügung steht.“[21]

Die Gemeinden sollten also „Volkswohnungen“ bauen, die im Gegensatz zu den Wohnungen gemeinnütziger Baugenossenschaften eindeutig Wohnraum für Bezieher niedriger Einkommen schaffen sollten. Der Ehrgeiz der Stadt Wien bestand allerdings darin, in Ausstattung und Qualität zum höheren Standard der Wohnungen gemeinnütziger Bauvereinigungen aufzuschließen.[22]

Wer nun heute günstigere, „sparsamer“ errichtete Wohnungen für einkommensschwache Haushalte fordert, gerät sehr schnell in den Verdacht, Qualitätsstandards senken zu wollen. Hier wird von beiden Seiten oft zu kurz und zu eng gedacht. In Wahrheit ginge es darum, Fragestellungen sehr weit aufzumachen. Die Geschichte des Gemeindebaus ist eine Geschichte vom sozialen Aufstieg der Arbeiterschaft, ist eine Geschichte der Emanzipation von Not, Elend und Unterdrückung, ist eine Geschichte von Selbstermächtigung und eine der Ermöglichung eines guten Lebens für alle. Es ist eine große Geschichte und eine voller Widersprüche – deren größter darin besteht, dass die Emanzipation und der soziale Aufstieg oft und oft genau das System bestätigen, dem mit dem Bau von Gemeindewohnungen entgegengewirkt werden sollte.

Welche Fragen können nun aus der Geschichte heraus an einen Gemeindebau des 21. Jahrhunderts gestellt werden? Welche Voraussetzungen müssten geschaffen werden? Einige Anregungen und Thesen zum Schluss:

  • Der Wiener Gemeindebau war in seinen innovativsten Phasen eine starke politische Antwort auf Armut und Not. Die Armut der Gegenwart ist zwar nicht vergleichbar mit derjenigen nach dem 1. und 2. Weltkrieg, doch es gibt sie – und sie ist nicht nur materieller Natur, sondern manifestiert sich u. a. auch als Sinn-Armut und einem „Arm-Sein an Gesellschaft“ (fast jede/r Zweite in Wien wohnt allein). Inwiefern könnte ein neues Gemeindebau-Programm darauf eine Antwort geben?
  • In den letzten Jahren wurde verstärkt die fehlende soziale Treffsicherheit des geförderten (gemeinnützigen) Wohnbaus kritisiert. Einkommensgrenzen seien zu hoch angesetzt, die gebotenen Qualitäten hypertroph, für untere Einkommensbezieher sei er aufgrund der erforderlichen Eigenmittel nicht mehr leistbar, gebaut werde für eine überdurchschnittlich verdienende Mittelschicht.
    Dass es Bedarf an günstigeren Wohnungen gibt, wurde zwar erkannt, aber bis jetzt ist es nicht gelungen, die Bauleistung und das Angebot dem Bedarf vollumfänglich anzupassen. Es scheint bislang auch an Mut zu fehlen, tatsächlich den kommunalen Wohnbau wieder aufzunehmen und zwar in scharfer Abgrenzung zum gemeinnützigen Wohnbau: Funktioneller, wirtschaftlicher, experimenteller und weniger starr in den gebotenen Qualitäten bzw. auf der Suche nach neuen, bedürfnisgerechteren Qualitäten.
  • Unter Gemeindebau im 21. Jahrhundert sollte nicht alleine Neubautätigkeit verstanden werden. Tatsächlich bietet kaum ein Bereich der Stadtregierung solche Chancen auf eine Repolitisierung der Politik und auf „Gemeinde-Bau“ im übertragenen Sinn. In Wien leben rund 500.000 Menschen in Gemeindewohnungen, das sind ca. 27 % der gesamten Stadtbevölkerung. Was brauchen sie? Was alles muss in und an ihren Gebäuden und Höfen „saniert“[23] werden? Gemeindebau im 21. Jahrhundert beginnt tatsächlich im Bestand bzw. in der Bestandspolitik – inklusive Nachdenken, wo in diesem Bestand noch Verdichtung möglich ist.
  • Die Geschichte des Wiener Gemeindebaus ist auch eine Geschichte der Bodenpolitik, die in allen Phasen die größte Herausforderung darstellte. Das Rote Wien der Zwischenkriegszeit profitierte u. a. von dem neu erlassenen Mieterschutzgesetz – spekulativ gehortete Grundstücke verloren an Wert, Eigentümer verkauften sie „mangels Angeboten auf dem Privatmarkt“[24] an die Gemeinde. Eine Bodenwertabgabe sowie eine Wertzuwachsabgabe erbrachten damals nicht unerhebliche Summen.[25]
    Bereits in den 60er Jahren waren es dann allerdings die hohen Bodenpreise, welche zu einer Konzentration der Bautätigkeit in den Außenbezirken führten. Um zumindest zu verhindern, dass geförderte Bauträger durch gegenseitige Konkurrenz Baulandpreise noch weiter in die Höhe treiben, wurde 1984 der Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds gegründet (heute: Wohnfonds Wien). Aktuell haben die Bodenpreise allerdings ein Niveau erreicht, das geförderten Wohnbau nur mehr in den Randlagen der Stadt ermöglicht – von neuem Gemeindebau ganz zu schweigen.
    Die zentrale Frage neuer Gemeinde-Bau-Politik ist daher: Wie kann die Rückkehr des sozialen Wohnbaus in die Stadt gelingen? Wie kann der scheinbare Automatismus von Satellitenstädten bzw. Neubau in Stadtrandlagen durchbrochen werden? Sowie: Durch welche Maßnahmen und Gesetze können die Bodenpreise wieder eingefangen werden?

Wien hat von seiner Geschichte her wahrscheinlich die besten Voraussetzungen aller europäischen Großstädte, eine sozial durchmischte Stadt mit bedürfnisgerechten Wohnungen für alle Bevölkerungsgruppen auch im 21. Jahrhundert weiterzubauen.

Möge die Übung gelingen!

 

 

[1] Peter Marchart: Wohnbau in Wien. 1923 – 1983, Wien: Compress Verlag 1984, S. 18

[2] Helmut Weihsmann: Das Rote Wien. Sozialdemokratische Architektur und Kommunalpolitik 1919-1934, Wien: Promedia 2002, S. 32

[3] Vgl. Arbeiter-Zeitung, 19. Juli 1931, in: Weihsmann, S. 53

[4] Weihsmann, S. 47

[5] Erst am 7. Juli 1954 wurde im Parlament die Einhebung des Wohnbauförderungsbeitrags, wie wir ihn heute kennen, beschlossen.

[6] Marchart, S. 67

[7] Marchart, S. 32

[8] Marcus Denk: Zerstörung als Chance? Städtebauliche Konzepte, Leitlinien und Projekte in Wien 1945-58, Dissertation, Universität Wien, S. 143

[9] Zitat von Hermann Maetz, Baurat und Geschäftsführer der „Enquete für den Wiederaufbau“, zitiert aus: Marcus Denk: Zerstörung als Chance? Städtebauliche Konzepte, Leitlinien und Projekte in Wien 1945-58, Dissertation, Universität Wien, S. 141

[10] Denk, S. 230

[11] Ottokar Uhl: Die Zeit 1945-1965 in Wien, in Friedrich Achleitner u. a.: Neue Architektur in

Österreich 1945-1970, Wien 1969, S. 28

[12] Marchart, S. 34

[13] Magistrat der Stadt Wien: Leitlinien für die Stadtentwicklung 4 „Wohnen“, Wien 1972; zitiert nach Marchart, S. 35

[14] Johann Hatzl, Stadtrat für Wohnen und Stadterneuerung: „Seit November 1978 wurde für die Wohnungsverbesserung ein Darlehensvolumen für etwa 48.450 Wohnungen zugesichert. Im Herbst 1980 trat eine Prioritätenliste in Kraft, wodurch der Schwerpunkt auf die Beseitigung des Substandards gelegt wird. Besonders berücksichtigt werden außerdem Wohnungen, die in Stadterneuerungsgebieten liegen, sowie Anträge auf Wohnungszusammenlegungen.“ Zitiert nach Marchart, S. 37

[15] Leopold Gratz, 1976, zitiert nach Marchart, S. 36

[16] Bernhard Steger: Vom Bauen. Zu Leben und Werk von Ottokar Uhl, in: Architekturzentrum Wien (Hg.): Ottokar Uhl, Salzburg/München: Verlag Anton Pustet 2005, http://mohr-steger.at/projekt01/media/pdf/Vom%20Bauen_%20Zu%20Leben%20und%20Werk%20von%20Ottokar%20Uhl.pdf S. 14

[17] Das Bild vom Schöpfwerk als „Ghetto“ wurde nicht zuletzt durch den Film „Muttertag“ (1993, Regie: Harald Sicheritz) befestigt.

[18] David Krutzler: Stadt Wien will Neubau von Wohnungen auf 13.000 pro Jahr steigern, in: Der Standard, 17.2.2016, https://derstandard.at/2000031304705/Stadt-Wien-will-Neubau-von-Wohnungen-auf-13-000-pro (zuletzt abgerufen am 26.4.2018)

[19] „Die ‘Gemeindewohnungen NEU‘ sind zu 100 Prozent im Eigentum und der Verwaltung der Wiener Gemeindewohnungs-Baugesellschaft (WIGEBA) und damit im Eigentum der Stadt Wien.“ https://www.wien.gv.at/bauen-wohnen/fontanastrasse.html (zuletzt aufgerufen am 26.4.2018)

[20] WIGEBA-Geschäftsführer Ewald Kirschner ist Generaldirektor der Gesiba, Co-Geschäftsführer Klaus Baringer ist Gesiba-Vorstandsmitglied.

[21] Barbara Ruhsmann: Blitzlicht in die Historie I – Geburtsstunde des Wohnbauförderungsbeitrags, in: http://forumwohnbaupolitik.at/barbara-ruhsmann-blitzlicht-in-die-historie/ (zuletzt aufgerufen am 26.4.2018)

[22] Vgl. dazu Peter Marchart: „Seit 1972 hat sich jedoch diese Aufgabenteilung weitgehend verwischt. Symptome sind u.a. die Betreuung des ‚Wohnungsberatungszentrums der Stadt Wien‘ gemeinsam mit den ‚Gemeinnützigen‘; einer zentralen Informationsstelle für Wohnungswerber und Mieter obliegt sowohl die Beratung der Wohnungswerber als auch die Vermittlung von Gemeindewohnungen bzw. geförderten Wohnungen. Die gleiche Finanzierungsgrundlage für kommunale und gemeinnützige Wohnungen, nämlich das Wohnbauförderungsgesetz 1968 in geltender Fassung, sowie der bundesgesetzliche Ausbau der Berücksichtigung subjektiver Verhältnisse des Wohnungswerbers haben zu einer weitgehenden Angleichung von Wohnungsgröße und Ausstattung geführt. Die politische Aussage, daß in der Grundausstattung zwischen diesen beiden Wohnformen kein Unterschied bestehen dürfe (Stadtrat Hatzl 1983) ist nur eines der sichtbaren Zeichen dieser Entwicklung.“ Marchart, S. 41

[23] lat. sanare = heilen, wiederherstellen

[24] Weihsmann, S. 32

[25] Vgl. Weihsmann, S. 31

 

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